Ketone Bodies (Ketonkörper)

Ketonkörper sind wasserlösliche Moleküle, die die Leber aus Fettsäuren produziert, wenn Glukose knapp ist (Fasten, kohlenhydratarme Ernährung). Sie dienen als alternative Energiequelle für das Gehirn und haben eigenständige Signalwirkungen auf Neuronen.

Warren hat dazu erzählt — was sie genau machen und wie sie mit Stress korrelieren.

Details

Drei Ketonkörper

NameAnteilBesonderheit
β-Hydroxybutyrat (BHB)~78 %Wichtigstes; überschreitet Blut-Hirn-Schranke
Acetoacetat~20 %Direkte Vorstufe von BHB und Aceton
Aceton~2 %Flüchtig, über Atemluft ausgeschieden

Produktion (Ketogenese)

  • Ort: Leber (Mitochondrien), aus Fettsäuren via β-Oxidation → Acetyl-CoA → Acetoacetat → BHB
  • Auslöser: Fasten, ketogene Diät, intensiver Ausdauersport, prolongierter Stress
  • Reguliert durch Glucagon/Insulin-Verhältnis

Gehirn & Energieversorgung

  • Normalzustand: Gehirn nutzt fast ausschließlich Glukose
  • Bei Ketose/längerem Fasten: bis zu 70 % des Energiebedarfs über BHB gedeckt
  • BHB überschreitet Blut-Hirn-Schranke via Monocarboxylat-Transporter (MCT1/2)
  • Neuroprotektiv: weniger oxidativer Stress, höhere metabolische Effizienz, weniger Glutamat-Exzitotoxizität

Stress-Korrelation

  • Chronischer Stress → erhöhter Kortisol → Lipolyse → mehr freie Fettsäuren → mehr Ketogenese
  • BHB hemmt den NLRP3-Inflammasom-Komplex → entzündungshemmende Wirkung
  • Akuter Stressstoffwechsel priorisiert Glukose (Kampf-oder-Flucht-Reaktion); Ketose eher bei chronischem, nicht akutem Stress relevant
  • Einige Studien: Ketose kann kortisolvermittelte kognitive Beeinträchtigung mildern

Klinische Anwendungen

  • Epilepsie: Ketogene Diät → Reduktion der Anfallshäufigkeit, bes. bei pharmakoresistenten Formen
  • Alzheimer: BHB als Energiequelle bei zerebralem Glukosemetabolismus-Defizit (in Erprobung)

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Tags: neuroscience metabolism nutrition
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Created: 06/05/26