Declarative Memory (Deklaratives Gedächtnis)

Deklaratives Gedächtnis ist explizites, bewusst zugängliches Langzeitgedächtnis. Es umfasst alle Inhalte, die sich sprachlich berichten (“deklarieren”) lassen — Fakten und Ereignisse. Abhängig vom Hippocampus und mediotemporalen Lappen.

Details

Zwei Unterarten

TypInhaltBeispiel
Episodisches GedächtnisPersönlich erlebte Ereignisse mit Zeit-/Ortskontext”Mein erster Segeltörn in der Karibik”
Semantisches GedächtnisFakten, Konzepte, Bedeutungen ohne persönlichen Kontext”Der Atlantik trennt Europa von Amerika”

Abgrenzung: Implizites Gedächtnis

Gedächtnis
├── Deklarativ (explizit, bewusst)
│   ├── Episodisch
│   └── Semantisch
└── Non-deklarativ (implizit, unbewusst)
    ├── Prozedural (Fahrradfahren, Klavierspielen)
    ├── Priming
    └── Konditionierung

Neurobiologische Grundlagen

  • Enkodierung & Konsolidierung: Hippocampus (HPC) und entorhinaler Kortex sind essenziell
  • Frische Erinnerungen werden nachts ins Neokortex “verschoben” (Gedächtniskonsolidierung im Schlaf)
  • Temporäre Abhängigkeit vom HPC → Retrograde Amnesie greift auf jüngere Erinnerungen stärker zu (Ribot’scher Gradient)
  • Ältere semantische Inhalte sind schließlich hippocampusunabhängig im Neokortex gespeichert

Klassischer Fall: H.M. (Henry Molaison)

  • Bilaterale HPC-Resektion → keine neuen deklarativen Erinnerungen mehr (anterograde Amnesie)
  • Prozedurales Lernen (Spiegelzeichnen) blieb erhalten
  • Beweis: deklaratives und prozedurales Gedächtnis sind anatomisch trennbar

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Verbindungen

Created: 06/05/26