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Warum dieser Lernzettel
Die MoAI-Vorlesung (SoSe 26) lehrt klassische Suche NICHT als Thema. Sie taucht nur in 3 Lectures kurz auf:
- Introduction — Slide listet „Systematic search: DFS, BFS, Uniform-cost search …” (nur Erwähnung).
- Session 04 Planning I — „Classical Search (Forward Planning): uninformed search: usually variants of depth-first search; informed search with variants of A*” (Kontext: Planen als Suche).
- Session 10 ML II — „ID3 performs a top-down, breadth-first, greedy search” (BFS als Suchstrategie in ID3).
Kein Pseudocode, keine Eigenschaften-Analyse, keine Übung. → Hintergrundwissen, das du selbst draufhaben musst. Relevant für quiz_paper-transformers-search_28-05-26 Q14 (Path-merging vs BFS/DFS/A*) und allgemeine Such-Fragen in der mündlichen Prüfung.
BFS — Breadth-First Search
- Idee: expandiert die Frontier schichtweise (alle Knoten in Tiefe , bevor Tiefe ). Datenstruktur: FIFO-Queue.
- Properties:
- Complete (in endlichen Graphen): findet Lösung, wenn eine existiert.
- Optimal für gleiche Kantenkosten (kürzester Pfad in Kanten).
- Zeit: — = Verzweigungsgrad, = Tiefe des flachsten Goals.
- Speicher: — alle Knoten der aktuellen Schicht in der Queue → Hauptschwäche.
- Wann: Lösung garantiert nah, Speicher reicht aus, Kosten uniform.
DFS — Depth-First Search
- Idee: geht so tief wie möglich, bevor zurückgesetzt wird (Backtracking). Datenstruktur: LIFO-Stack (oder Rekursion).
- Properties:
- Complete: nur in endlichen Graphen ohne Zyklen (oder mit
visited-Set); im allgemeinen Tree-Search NICHT complete. - NICHT optimal: liefert die erste gefundene Lösung, nicht die kürzeste.
- Zeit: — = maximale Tiefe (kann ≫ sein).
- Speicher: — nur der aktuelle Pfad + Geschwister → sehr speichereffizient, Hauptvorteil.
- Complete: nur in endlichen Graphen ohne Zyklen (oder mit
- Wann: Lösungen tief & häufig, Speicher knapp, Optimalität egal. Backtracking-Search in CSP ist DFS-artig.
A* — Informed Best-First Search
- Idee: expandiert den Knoten mit kleinstem , wobei
- = tatsächliche Kosten vom Start bis ,
- = Heuristik: geschätzte Restkosten von zum Goal.
Datenstruktur: Priority Queue geordnet nach .
- Properties:
- Complete (in endlichen Graphen).
- Optimal ⇔ ist admissible (unterschätzt nie die wahren Kosten): .
- Konsistent (monotone Heuristik) ⇒ noch effizienter (kein Re-Expansion nötig).
- Zeit/Speicher: stark abhängig von — bei perfektem linear; bei degeneriert zu Uniform-Cost / BFS.
- Wann: informierte Suche, gute Heuristik vorhanden, Optimalität gefordert.
⚖️ Vergleichstabelle (für Q14 Aufschlag)
| BFS | DFS | A* | Path-Merging (Paper) | |
|---|---|---|---|---|
| complete? | ja (endlich) | ja (endlich, ohne Zyklen) | ja | gelernt, ~approximativ |
| optimal? | ja (uniform cost) | nein | ja (admissible ) | n/a (es entscheidet nur den next vertex) |
| Frontier | FIFO-Queue | LIFO-Stack | Priority Queue () | reachable-set in jedem Token |
| Exploration | seriell, schichtweise | seriell, tief + Backtrack | seriell, best-first | parallel über alle Vertices |
| Tiefe in | (linear) | abhängig von | (logarithmisch) | |
| Beweisbarkeit | klassisch beweisbar | klassisch beweisbar | klassisch beweisbar | empirisch; non-maximale Merges → Generalisierungs-Ceiling |
🎯 Connection zum Exam-Paper (Q14)
- Task des Papers ist klassische path-based Suche über einen DAG → vergleichbar zu BFS/DFS/A*, nicht Hill Climbing.
- Path-Merging ist die parallele/log-depth Variante einer transitive closure (entspricht repeated squaring der Erreichbarkeits-Relation), während BFS/A* seriell, linear in Pfadlänge sind.
- Trade-off: klassische Suche = beweisbar korrekt + skalierbar; gelernte Suche (Path-Merging) = approximativ (non-maximal merges, Ceiling bei ). Das motiviert neuro-symbolische Hybride (LLM-modulo).
⚠️ Häufige Stolperfallen
- DFS ist nicht complete im allgemeinen Tree-Search — nur in endlichen Graphen oder mit Cycle-Check. In der Praxis nutzt man iterative deepening für completeness + space efficiency.
- A*-Optimalität braucht admissible . Eine inkonsistente, aber admissible ist noch ok (Optimalität ja, Effizienz schlechter). Inadmissible → keine Optimalitätsgarantie.
- „Frontier” ≠ „visited”: BFS/A* speichern beides; Local Search (im Gegensatz!) speichert nur den aktuellen Zustand.
- Backtracking-Search in CSP = DFS mit constraint-checking → completeness ja, effizient durch heuristics (MRV, LCV) + arc-consistency-Preprocessing.
🎙️ Oral-Exam One-Liners
- „Was macht eine Heuristik gut?” → admissibility (unterschätzt nie die wahre Restdistanz) ⇒ bleibt optimal. Consistency (monotone) ⇒ effizient, kein Re-Expansion.
- „Warum nicht immer DFS?” → keine Optimalität, schlechte Worst-Case-Zeit; aber Speicher schlägt BFS in tiefen Räumen → wann immer Optimalität egal & Speicher knapp.
- „BFS vs A*?” → BFS = uninformiert, optimal bei uniform cost, exponentielles Memory; A* = informiert, optimal bei admissibler , deutlich besser wenn informativ.
- „Wie passt das zum Paper?” → Path-Merging ist eine parallele, log-tiefe Approximation desselben Problems (graph connectivity), das BFS/A* seriell, linear lösen — daher in Aufgabe vergleichbar, im Mechanismus fundamental anders.
see also
- quiz_paper-transformers-search_28-05-26 — Q14 Search-Connection
- lernzettel_local-search_30-04-26 (falls vorhanden) — Local Search ≠ klassische Suche
- Methods of AI Lecture